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Schaust du manchmal noch nach mir? Oder suchst du mich in einer fremden Menge? Ich weiß, ich wünsche mir das vielleicht nur, aber ich ertappe mich ab und an selbst dabei, wie ich das tu. Im Bezug auf dich. Mein Bruder weiß nicht wer er ist oder sein will und ich weiß nicht zu zeigen wer ich bin, weil ich Angst vor Ablehnung kenne. Aber ich möchte Frieden schließen in mir. Abschließen. Ich mag meine Phasen nicht und bin froh, dass sie schon länger nicht mehr stark waren. Leider kann ich nicht sagen seit wann oder wie lange der Übergang dahin dauerte – denn ich habe schon versucht es zu rekonstruieren. Für mich. Jedoch muss es eine sehr lange Zeit gewesen sein. Es hörte nicht auf. - Ich bin heute ein anderer Mensch, als zuvor. Vor was? Als „erwachsen“ möchte ich mich lieber noch nicht bezeichnen, aber ich bin aus den „Erwachsenwerden“ raus. Ich bin mit C. Erwachsen geworden. Danach reifer, denn jetzt fühle ich mich weniger beeinflussbar. Stabiler. Ich weiß jetzt was ich will und ich kann tatsächlich sagen, dass die wünsche langfristig und nicht irrational oder überidealisiert sind. Das sind keine „Flausen im Kopf“ und keine Überreaktionen oder Phasen. Leider musste ich mich auf dem Weg dahin durch viele von denen winden. Mehr noch bereue ich dass ich mich dafür gegen C. entscheiden musste. Im Endeffekt bestimmen die Konsequenzen der Dinge, welche wir tun könnten unser Handeln. So eben auch wenn wir nichts tun oder etwas aufgeben. A. sprach mir gut zu, als sie sagte, sie könne verstehen wie schlimm es sich anfühlt zu glauben dass man vom gesamten Umfeld eines Menschen, gegen den man sich entscheiden musste verachtet wird, weil eine Trennung mit sich bringt, dass man sich auch gegen all diese Menschen entscheidet. Man tut ihnen ja auch mit weh. Kommt es dann zu einer Begegnung und sie ist in Begleitung eines positiven Gefühles, dann ist das als fiele einem ein ganzes Gebirge vom Herzen, denn es liegt nahe zu denken sie hätten zumindest den Schmerz überwunden. B. sprach mir gut zu als er sagte, dass er das Gefühl kennt auf der Seite zu sein, die niemand sieht. Wenn man glaubte alles zu versuchen und nichts erreicht hatte und wenn man weint und schreit und nur noch Ablehnung und Verlustangst für einen da sind... wenn man dann Fehler macht, weil es sich gut anfühlt gewollt, erwünscht und begleitet zu sein. Den inneren Kampf sieht niemand. Passive Aggresseure sieht auch niemand. Provokation sieht niemand. Projezierte Gefühle sieht dann auch niemand. Ich werde nie wieder sehen wie die Liebe meines Lebens, an deren jedem einzelnen Gesichtszug ich hänge, mit anderen flirtet, aber über mich mit Leuten blöde Sprüche reißt. Das ist eines meiner Ziele. N. sagt ich rede viel und nerve manchmal, weil ich alles oft wiederhole und mich hinensteigere und ich bin zu oft übertrieben müde und ich sei übermäßig emotional und habe einen dicken Bauch – aber er liebt mich und vor anderen sagt er das nicht und wenn dann trotzdem mit liebevollem Lachen. Es ist ein anderes Gefühl. Es ist nicht bitter. Mir ist klar, dass ich in der Vergangenheit vieles ausgeblendet habe. Mittlerweile frage ich mich ob ich das auch schon gemacht habe, weil ich nicht das richtige Gefühl dabei empfand. Meine Wertungen waren ziemlich daneben. Ich hatte regelrechte Selbstsuchtanfälle. Egotrips. Es tut mir leid, damit Menschen weg getan zu haben. Besonders denen, an denen mir etwas liegt oder lag. Heute bin ich eine andere als damals. Die gibt es noch. In mir, aber sie ist Vergangenheit. Ein bisschen als sein mein Inneres in Teile zerfallen, die ich neu anordnen konnte. Ich bin jetzt friedlicher. Hauptsächlich bin ich Tante und Freundin und versuche zu tun, was ich tun muss. Der neuste Neffe M. ist vier Stunden Zug-Reise weit weg und erst drei Wochen alt. Er ist am gleichen Tag geboren wie meine älteste Nichte. Besucht habe ich ihn vergangenen Montag. Natürlich habe ich Angst, dass dies meinen Bruder wieder verunsichert und er mir weniger erzählt, aber ich muss auch für mich Kontakte pflegen und entscheiden wie viel Furcht ich vor Paranoia haben muss. Niemandem will ich schaden. Keinem Menschen etwas tun. Keinem Wesen weh tun. Besonders nicht denen, die ich liebe. Dass mich nicht jeder verstehen und begreifen kann – eigentlich nur ich - ….das ist, was ich lernen sollte. Niemand wird mich so lieben, wie ich es mir wünsche, wenn ich das nicht selber tue. Ich wollte das nie, aber offensichtlich ist die Gesellschaft so, dass man von Liebe – egal in welcher Form (auch Freundschaft und Familie) – nichts erwarten, doch alles geben sollte...

8.10.15 23:42


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