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Mein Körper hat einen Plan. Ich hatte nochnie so wirklich Plan von etwas. Ich tu immer nur so!

Da liege ich und mein Knie berührt die Schulter des jungen Gynäkologen. Eben noch hatten wir kurz über den Ruhestand seines Vaters geredet, bei dem ich bis vor einigen Wochen in Behandlung war. Er nämlich hatte mir gesagt, dass ich mir erstmal keine Sorgen machen solle und er nämlich war derjenige, der mit seinen zerstreuten Worten, aber mitreißender Begeisterung verbale Exkurse in mehr als interessante Gebiete mit mir machte. Den Siebzigjährigen werde ich nie vergessen, seinen Sohn wohl auch nicht. Er hat zwar deutlich weniger abschweifendes Mitteilungsbedürfnis, aber ein wenig ähnelt er dann doch seinem Vorgänger. Er lächelt ansteckender und seine Stimme ist beruhigender, aber er scheint mehr zu sehen als sein Vater, was er dann so formuliert, dass es wiederum beunruhigend wird. „Uii, da haben wir aber ein paar Follikel am Eierstock. Zysten. …. nein. Der Körper versucht ja geradezu schwanger zu werden! Haa! Da sind ganz viele kleine Eizellen. Jetzt die nächsten Tage bloß die Pille nicht vergessen!“ Was denn nun? Meine Periode kommt in den letzten drei Monaten schon das zweite mal nicht und dazwischen dann doch und das soll normal sein, obwohl die Pille soetwas eientlich regelmäßiger machen soll und in den 11 Jahren zuvor alles gut damit lief?! Die Gebärmutter ist leer. Eine Erweiterung meiner Familie durch eigenen Nachwuchs wollte ich schon, seit ich weiß um wie viel Kinder ein Leben bereichern können, aber nicht jetzt und... tatsächlich bin ich von jemanden, der Kinder hat und nicht lästert und mich und N. noch nicht allzu lange näher kennt gefragt ob ich N. für „den Richtigen“ halte. Dieser Mensch weiß, wie ich mit Kindern umgehe und schätzt das und deswegen tut seine Wertung weh. N. passe seiner Ansicht nach jedoch nur zu 80% zu mir, sagt er und er sagt auch, dass ich „ein treues Herz“ habe und man mir anmerkt, dass es zu brechen droht, wenn ich kritisch über dieses Thema nachdenke. Kann ich nicht einfach hoffen, dass der Rest an N., der noch nicht begriffen hat, worum es im Leben geht auf seiner Pro- und Contra-Liste sieht, dass es sich lohnt fleißig, ehrgeizig, wild, lustig und herzlich zu sein? Ich will viel mehr mit ihm lachen und toben und ich will plötzlich feststellen, dass ein kleiner Mensch mehr daran auch bestimmt Spaß fände und wir es wert sind, dass sich die Möglichkeit bietet ein Leben zu beeinflussen und das Beste von uns beiden weiterzugeben und zu hüten, damit es eigenständig wird und uns sorgenvoll, stolz und mit vollstem Herzen lieben macht... Meine drei Zwischenprüfungsteile habe ich übrigens mit 1, 2 und 2 bestanden und die guten Damen vom Betriebsrat drückten mir bereits einen Rat für die künftige Wahl der Schwerpunkte und eine Übersicht inklusive Anmeldung für die Teamleiterschulung nach der Ausbildung in die Hand. Nach ihrer Kenntnis suche unser gemeinsamer Chef gezielt für die Haushaltsabteilung „[...] eine junge, ordentliche und kreative Dame! - Meinst du nicht, das klingt nach dir?!“ Also, gerne! Ich meine: Das wäre ein Traum. ...aber ich bin (noch) im ersten Ausbildungsjahr! Ich möchte mich nicht mit falschen Hoffnungen enttäuschen, werde aber mein Bestes geben. Zumindest habe ich nun eine Übersicht dazu, was auf mich zukommen würde und solche Schulungen wie „Selbst- und Zeitmanagement“ hatte ich schon einmal im aufgegeben Studium!

26.5.15 18:48


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