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Neuer Job. Nette Kollegen. Alles gut. Wenn ich alleine und ruhig nach einem ereignisreichen Tag Musik höre, wird mir immer wieder klar, dass ich unglücklich bin. Nachdenken zeigt mir dass ich eigentlich alles habe, aber traurig den Kopf in die Kissen drücke um Tränen zu trocknen. Ich höre Sierra Kidd zu wie er sagt „Komm, ich buchstabier' dir Hass – es ist ganz einfach: L-I-E-B-E“ und dann heule ich los. Ich liebe jeden mehr als mich, aber nichts und niemanden von ganzen Herzen, der mich auch so liebt. Ich habe nie das Gefühl völlig angekommen zu sein. In einer Beziehung mit den Stadien „genervt werden“ oder „zu wenig Emotion“ mit zu viel faulem Unwillen und arbeitsscheuem Wehren... mit jemandem, dem man vieles Ernste aus der Nase ziehen muss. Ich kann mir keine Zukunft vorstellen, aber ich will keine Gegenwart ohne ihn! Alleine der Gedanke tut furchtbar weh! Ich wills ihm sagen, aber dann folgen eh nur rechthaberische Worte, dass in Zukuft alles anders würde und noch nicht das exakte mit-Geld-umgehen-können zählen würde. Erstmal ist betrunken sein in Ordnung. Ja, aber kannst du dir das ohne vorstellen? Ich nicht! Ich kann mir dich nicht vorstellen! Erwachsen.... ich will erwachsen sein, weil ich es lieber nicht sein würde aber sollte und muss, weil ich die Hoffnung habe, dass bald alles besser wird! Es muss doch jetzt! Wiedersprüchlich. Genau so wie dass mein Neffe weinte, weil er als großer Bruder nicht weinen sollte. Ja. Aber versteht denn keiner dieses Gefühl?!? Ich schluchze richtig, jedesmal wenn etwas so sehr weh tut. Aber ich denke ebenso jedes einzelne Mal, dass es besser sei das jetzt zu wissen und zu klären und dann tue ich es doch wieder nicht. Wie bei C. auch. Da ist es auch gewesen. Ich bin ihm fremdgegangen, weil ich etwas vermisste und keinen Mut hatte auf den Tisch zu hauen und es klar zu machen – ja vielleicht besser früher Schluss zu machen... Vor allem sonst habe ich Angst davor wen ich wegen mir noch verliere! Kann ich denn gar nicht lieben? Also so bedingungslos? Kann ich denn nie fühlen geliebt zu werden? So dass es reicht, mich umschließt und dass es ausfüllt... Kann ich nicht.... Warum kann ich Papa vermissen und mir eine Zukunft mit ihm erdenken, aber nicht mit N.? Ich sitze im Bett und heule und fühle mich alleine, weil diejenigen, für die ich ein Meer durchschwommen hätte mir nicht das Gefühl gaben oder geben, dass ich ihnen das auch wert wäre und andere, die ich mehr lieben sollte blockiere ich in mir selbst. Wenn ich die Welt einfrieren könnte, würde ich mir all diese Menschen nochmal ansehen. Meinen Bruder, der sein Kind hasst, dessen blaue Augen mich immer beruhigten und befreiten, A. Der ich einmal unrecht tat und die seit dem nie mehr Hautkontakt so zuließ, dass ich an Erfüllung dachte, K. der unschuldig in ein Leben geboren wurde, welches hoffentlich besser wird als meines, C. der mich immer zum Lachen bringen konnte und dessen Stimme ich so sehr vermisse, mit dem Zukunft nicht geht und N., den ich nicht gehen lassen will, mit dem Zukunft nicht geht... Mama, mit der ich mich nie verstand, die auch aber doch Liebe und Papa, der mich wollte, aber immer fort schickte. „Seinen Weg zu gehen' wäre das Selbe wie weg zu gehn'“. ...und dann würde ich stumm werden, klein werden, bewegungslos, leer. Alles nach außen kehren, was ich so oft fühle. Wahrscheinlich würde ich in die Klinik kommen oder sterben, aber beides besser als zu fühlen! Ich will ja fühlen! Aber fühlen, dass ich nicht genug fühle ist mieser als gar nicht fühlen. Hätte nie gedacht, dass ich mir al die starke Depressionstaubheit zurück wünschen würde.

5.8.14 23:19


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