Start Archiv Abo
"...als trauere man ständig um den Verlust des eigenen, wahren Selbst."

Da ist dieser Traum vom Ende, den ich immer öfter habe. Harte Momente, die mir die Kraft nehmen und in denen ich nicht mehr auch nur im Ansatz so tun kann als könne ich noch stark sein, nehmen mir jeglichen Antrieb. Heute weinte ich im Krankenhaus, als ich meine Mutter besuchte, weil sie mich daran erinnerte wie ungerecht diese Welt gerade zu uns ist. Meine Abwärtsspirale lauft weiter und ich habe noch keinen festen Boden unter den Füßen. Wenn ich mich nun auch noch wegen Kleinigkeiten, die jeder Mensch zu bewältigen in der Lage sein müsste, mit N. Streite, habe ich niemanden mehr an den ich mich lehnen kann um irgendwo in die steinigen Abhänge meines Daseins Sicherungsanker zu schlagen, an denen ich hochklettern kann, sobald ich den richtigen halt finde. Als ich begriff dass ich mit dem Menschen streite, der mich hält und der mich liebt, weinte ich. Wenn es doch alles ist, was gerade Sicherheit bietet, sollte ich das nicht zerstören und ich war gerade bloß ob meiner Unzufriedenheit so zickig, dass ich drauf und dran war N. so zu verärgern wie ich es nie wollte. Meine Mutter schickte mich deswegen heim und als ich N. aus dem Haus auf den Hof rief weinte ich wieder. In seinen Armen. Es tat mir leid. Wir sind nicht perfekt. Er ist schuldabweisend, das Gegenteil von euphorisch und lahmt was seinen Fleiß angeht, ich bin hysterisch, überfordert, ungeduldig und unzufrieden mit mir selbst. Aber dass er da ist hält mich hier. In Momenten in denen es ganz schlimm ist... wenn ich in Depression versinke, wenn ich in Reue ersticke und in Gedanken ertrinke, dann gibt es nur das stumme Schreien in den Spiegel unter Tränen oder suizidale Phantasien. Diese wären deutlich lebendiger, wenn nicht jemand wäre, der mir Ruhe gibt und mich nicht alleine lässt, der mich anlächelt und fordert und fördert. Das möchte ich nicht verlieren, weil ich mich nicht gänzlich verlieren will.

4.5.14 00:28


Gratis bloggen bei
myblog.de